Oxalsäure

Oxalsäure oder auch bekannt unter dem Namen Kleesäure wird vornehmlich in der Winterbehandlung eingesetzt und soll für eine Restentmilbung im Brutfreien Zeitraum sorgen. Im Winter im Zeitraum von November bis Januar pflegen die Bienen in der Regel keine Brut, sodass die überwinternden Milben ausschließlich auf den Bienen ansitzend sind.

Zur Behandlung wird die Oxalsäure dann auf den Bienensitz geträufelt und durch die Verteilung im Volk jede Biene mit der Säure beschmiert. Die Restentmilbung und Bekämpfung der Varroose mit Kleesäure sorgt für einen nahezu milbenfreien Start in die kommende Bienensaison, sodass die Bienen sich ohne größeren Milbendruck entwickeln können.


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Anwendung und Handhabung bei den Bienen

Die Verwendung von Oxalsäure sollte in einer Konzentration von 3,5 % erfolgen, welche in einer Zuckerwasserlösung aufgelöst wird, sodass den Bienen ein Anreiz gegeben wird, sich gegenseitig zu putzen. Die Förderung des Putztriebs durch die Hinzugabe von Zucker (Saccharose) sorgt für eine verbesserte Verteilung der Oxalsäurelösung auf alle Bienen in der Wintertraube, sodass jedes Individuum mit der für die Milbe schädlichen Säure in Kontakt kommen kann.

Träufelmethode| Quelle: Maja Dumat / pixelio.de
Im Winter sind die Völker bei niedrigen Temperaturen häufig brutfrei, in dieser Zeit kann die Behandlung gegen die Varroa mit Oxalsäure durchgeführt werden.Träufelmethode| Quelle: Maja Dumat / pixelio.de

Oxalsäure ist ausschließlich über die Träufelmethode in Deutschland zur Bekämpfung der Milbe zugelassen, andere Verfahren wie z.B. die Verdampfung haben keine Zulassung. Hierbei wird die Lösung direkt mit einer Dispenserspritze (Dosierung) in die Wabengassen geträufelt. Es ist darauf zu achten, dass der ganze Bienensitz beträufelt wird. Nicht besetze Wabengassen werden nicht mit der Lösung aus Oxalsäure, Wasser und Zucker beträufelt.

Die Durchführung der Varroabekämpfung mit Oxalsäure sollte nur einmal während der Winterruhe erfolgen, eine mehrmalige Anwendung bringt zum einen kaum bessere Resultate und belastet zudem den Bien erheblich. Die mehrmalige Anwendung kann sogar zum Verlust der Königin führen und sorgt dafür, dass ein entsprechendes Volk nach der Auswinterung aufgelöst werden muss. Sitzt das Bienenvolk auf zwei Zargen, achten Sie unbedingt auf den Bienensitz, liegt dieser noch in der unteren Zarge, dann behandeln Sie nur diese, ist die Traube bereits auf der oberen Zarge, dann wird die Oxalsäurelösung nur in diese Wabengassen gegeben. Die Bienen verteilen die Säure dann selbsttätig durch den Putztrieb untereinander.



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Die Ausschließlich Behandlung mit Oxalsäure ohne eine vorhergehende Spätsommerbehandlung mit Ameisensäure ist nicht zu empfehlen, den die Milbenlast kann bis zum Eintritt der Brutfreiheit schon dermaßen hoch sein, dass sich das Bienenvolk von den entstandenen Schädigungen nicht mehr erholen kann. Vor der Verwendung von Oxalsäure sollte wie bei allen anderen durchgeführten Behandlungen zwingend eine Windeldiagnose durchgeführt werden, um den natürlichen Milbenfall und somit die Anzahl der sich im Volk befindenden Milben abzuschätzen. Der Vergleich zu der Windeldiagnose während/nach der Behandlung mit Oxalsäure, Ameisensäure oder anderen Behandlungsmitteln lässt spätere Schlüsse auf dessen Erfolg und Wirkungsgrad zu.

Oxalsäure 3,5% ad us. vet.®
Präparate für die Behandlung von Bienen gegen die Varroa mit Oxalsäure werden hauptsächlich als Pulver für die Träufelmethode oder in gepresster Form als Tabletten zur Verdampfung vertrieben. Sofern es sich nicht um fertige Präparate handelt, sondern um Oxalsäure in reiner Form, muss die entsprechende zu verwendende Lösung selbst durch den Imker hergestellt werden. Die Sicherheitshinweise sind hierbei den Beipackzetteln zu entnehmen, um Schädigungen der eigenen Gesundheit bei ordnungsgemäßem Gebrauch und Verarbeitung auszuschließen.

HerstellerSerumwerk Bernburg AG
Konzentration3,5%
AnwendungszeitraumWinter bei Brutfreiheit
AnwendungAnwendung nicht unter 0°C
Oxalsäure mit Zuckerwasser über Träufelmethode
RezeptpflichtigJa, apothekenpflichtig
BestandbuchJa, Eintragung notwendig
ResistenzenNein, nicht zu erwarten
SicherheitshinweiseKontakt mit Augen und Schleimhäuten meiden
Kontakt mit Säure verhindern und bei Berührung gründlich reinigen
Vor dem Zugriff von Kindern schützen
Inhalt und Gefahren auf Aufbewahrungsgefäß kenntlich machen
Kann bei Kontakt mit höherer Dosis zu Lähmungserscheinungen führen

Wirkung der Oxalsäure auf die Milbe

Oxalsäure wirkt nur unmittelbar auf die anhaftenden Milben an den Bienen und nicht in die Zellen hinein, sodass eine Anwendung nur im brutfreien Zustand erfolgen kann. Die Verwendung der Säure während der Brutphase hat somit nur eine geringe Wirksamkeit und belastet den Bien erheblich.

Eine Oxalsäurebehandlung zur Bekämpfung der Varroatose hat eine erhebliche Wirksamkeit für die Reduzierung der Milbenlast in den Bienenvölkern. Gerade durch Reinvasion nach der Sommerbehandlung mit Ameisensäure können sehr viele Milben sich im Volk befinden. Die Wirksamkeit der Oxalsäure kann bei einmaliger Behandlung kann mit bis zu 95% angegeben werden und ist als sehr hoch zu betrachten. Nach der Durchgeführten Maßnahme zur Behandlung der Varroose kann der Milbenabfall auf der Windel bis zu 4 Wochen erkennbar ansteigen. Ist ein Behandlungsnotstand durch erheblichen Milbenfall erkennbar, kann eine nachgelagerte Varroabekämpfung mit Milchsäure erfolgen, welche wesentlich bienenverträglich ist.



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Dosierung der Oxalsäure bei Behandlung

Die Oxalsäure sollte immer in einer Trägerflüssigkeit aufgelöst werden, damit eine breite Behandlung der gesamten Bienentraube möglich ist. Optimal eignet sich hierfür eine Zuckerwasserlösung im Verhältnis 1:1, welche die Bienen auch in der Wintertraube aufnehmen und im Bienenvolk verteilen. Messen Sie unbedingt vor dem Öffnen der Bienenvölker die notwendige Mende Oxalsäurelösung mit einer Spritze ab, legen Sie sich alle notwendigen Hilfsmittel bereit, bevor Sie den Beutendeckel öffnen. Arbeiten Sie schnell und ruhig, beim öffnen der Beute werden vereinzelt Bienen auffliegen, die sich aufgrund der Temperatur im Winter schnell wieder niederlassen. Die Behandlung sollte nicht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt stattfinden, auch Temperaturen oberhalb von 10!C sind zu meiden. Die beste Behandlungsituation haben Sie, wenn die Wintertraube fest und stetig zwischen den Wabengassen sitzt.

Spritzen Sie die Oxalsäure langsam entlang den Wabengassen direkt auch die Bienen, achten Sie darauf, dass Sie alle Wabengassen mit ansitzenden Bienen mit Oxalsäure benetzt haben. Wiederholen Sie dies, bis der vorgegebene Inhalt der Spritze leer ist und verschließen Sie anschließend das Bienenvolk wieder, damit sich die Stocktemperatur wieder erwärmen kann.

VolkstärkeBienensitzMenge
schwachweniger als 1 Zarge besetzt30ml
mittel1 Zarge vollständig besetzt40ml
starkmehr als 1 Zarge besetzt50ml

Externe Informationen

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Informationen zur Varroatose Bekämpfung

Die Varroatose breitet sich immer weiter aus, jedes Jahr sterben an der Milbe und der aus Ihr resultierenden Sekundärerkrankungen viele Tausend Bienenvölker in Deutschland. Die Imker unternehmen zum Ende einen jeden Saison große Anstrengungen mit natürlichen Säure, Medikamenten und züchterischen Maßnahmen um der Milbe entgegen zu wirken. Die Milbe selbst kann nicht mehr ausgerottet werden, vielmehr geht es den Imkern darum, die Schäden an den Bienen und deren Belastung durch die Parasiten zu reduzieren.

Die Varroa Bekämpfung und Behandlung ist mittlerweile eine der wichtigsten Ausgaben bei der Betreuung der Bienen geworden, ohne welche ein Überleben der für die Umwelt notwendigen Insekten fast unmöglich würde.

Varroatose Bekämpfung - Informationen über die Milbe, Bienen und deren Behandlung

Konzept und Inhalt Varroa Bekämpfung [2013] / Design Parallelus [2011]